Amerikaner

10. Nov, 06:50 / 7 Kommentare
 


Anfang letzter Woche widmete eine große regionale Zeitung mit dem Titel "Welcome Mr. President" der amerikanischen Präsidentenwahl einen Sonderteil. Unter einem zwei Seiten umfassenden Bild des Weißen Hauses konnte man direkt ein Rezept für Amerikaner finden.

Darin war zu erfahren, dass das deutschlandweit bekannte Gebäck seinen Vorläufer in den USA hat. So seien die "black and white cookies" in New York an jeder Straßenecke zu bekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollen die glasierten Teilchen nach Deutschland gekommen sein. Weil die Deutschen aber, so heißt es, den Namen des Gebäcks schlecht aussprechen konnten, nannten sie die Coockies schlicht "Amerikaner".
In der DDR sollen sie auch "Ammonplätzchen" geheißen haben, denn Ammoniumhydrocarbonat, bekannt als Hirschhornsalz, gehört klassischerweise als Treibmittel in den Teig.
In dem Artikel wird jedoch die Verwendung von Backpulver empfohlen, da die Verwendung von Hirschhornsalz komplizierter ist. So haben wir es auch gemacht.

Um die Suche nach DEM Amerikanerrezept gibt es im Netz viele Mythen, alle suchen sie nach einem Ergebnis, wie man es vom Bäcker kennt.
Vor Jahren haben wir schon ein mal ein Rezept ausprobiert, da noch mit Puddingpulver. Diese hier gefallen uns viel besser. Ihre Konsistenz ist zwar nicht so kantschig-dicht wie die Originale (wenn man sie denn so bezeichnen darf), aber sie kommen ziemlich nahe heran. Durch den hohen Speisestärkeanteil tendieren sie vielleicht etwas trocken zu sein, aber hey! Ein Glas Milch tuts auch! :)

Amerikaner

Zutaten
Für 10 Stück
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 100 ml Milch
  • 100 g Stärke
  • 200 g Mehl
  • 3 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Vanillezucker
  • etwas Zitronenschale
  • Puderzucker und Kakaopulver für den Guss

Zubereitung
  1. Butter, Zucker und Gewürze glattarbeiten, schaumig schlagen und nach und nach die Eier zugeben.
  2. Mehl, Backpulver und Stärke mischen, sieben und abwechselnd mit der Milch zugeben und verrühren.
  3. Mit einem Esslöffel den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und bei 190 Grad etwa 14 Minuten bakcne,
  4. Nach dem Backen die glatte Unterseite mit Glasur bestreichen. Hierfür haben wir etwas Puderzucker mit Wasser verrührt und für die Dunklen noch etwas Kakopulver zugegeben.

Amerikaner
Bolliskitchen (Gast) - 10. Nov, 08:26

ach ja, die hatte ich ganz vergessen, gibt's irgendwie nur in D. und ich kenne sie nur mit weissem überzug!

Eva (Gast) - 10. Nov, 09:14

Die hab' ich auch seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen und kenne sie auch nur mit Puderzuckerglasur...wär' mal wieder einen Versuch wert - danke fürs Rezept!

lavaterra (Gast) - 10. Nov, 14:43

Den Trend ja optimal erwischt. ;-)
Seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen.

Chris (Gast) - 13. Nov, 01:11

Stimmt, die kenne ich eigentlich auch nur mit weißem Überzug. Aber das Rezept hört sich echt lecker an, werden wir bestimmt gleich mal ausprobieren. Und vielleicht fällt meiner Freundin noch die eine oder andere Geheimzutat ein, damit es etwas saftiger wird, die hat da nämlich echt ein Talent für. Ich geb auf jeden Fall Bescheid, wenn wir was raus gefunden haben.

KquSpk - 14. Nov, 14:30

Chris, es wäre toll, wenn du uns bescheid sagen würdest, falls deiner Freundin ein Trick einfällt. Denn dann wäre das Rezept wirklich perfekt! :)
nysa (Gast) - 13. Nov, 17:54

schauen doch gut aus, also so wie ich sie kenne. bei amerikaner muss ich immer an einen doofen witz denken: was macht eine nonne mit einem amerikaner im bett... Krümmel!!! ich weiß, überhaupt nicht witzig...

ervino (Gast) - 23. Dez, 09:41

Black und white cookies

Original"Amerikaner" sind schwarz und weiss, (wie eben die GI´s, die nach dem Krieg zu uns kamen.) daher haben sie auch ihren deutschen Namen. Irgendwann war einer zu faul und hat die Unterseite nur mit Zuckerguss überzogen, was einfacher, schneller und billiger ist als extra noch einen Schokoguss draufzumalen.
Vor Jahren war ich entsetzt, da ich bei der Suche nach den "Amerikanern" meiner Jugend nur noch dieses weisse Zeug vorfand und hätte für das Original gerne einen Groschen mehr ausgegeben.
Zum Glück gibt es ja dieses Rezept und ich hoffe, dass sie mir so lecker gelingen, wie es sich anhört.